Studierende in Deutschland sind versicherungspflichtig, oft ist für die Einschreibung an der Universität sogar ein entsprechender Nachweis vorzulegen. Für viele ist das Alter, in dem sie ein Studium erbringen das Alter, in dem sie sich auch zum ersten Mal Gedanken über Dinge wie Versicherungen machen. Daher tauchen oft Fragen auf, welche Versicherungsart die bessere ist oder was zu beachten ist. Doch auch noch später zum Ende des Studiums hin oder bei Aufnahme eines Zweitstudiums können Versicherungsfragen wieder relevant werden. Daher hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Gesetzliche oder private Versicherung?

Studenten können sich sowohl gesetzlich als auch privat versichern lassen. Aufgrund der geringeren Beiträge scheint zunächst die gesetzliche Versicherung sinnvoller. Im Vergleich hier zahlt ein Student ohne Kind bis zum 23. Lebensjahr 64,77 € für die private dagegen bis zum 24. Lebensjahr 87,30 €. Hinzu kommen spezielle Regelungen, auf die später genauer eingegangen wird.

Wer jedoch schon von vorne herein weiß, dass er später in die private Versicherung einsteigen möchte (z.B. oft der Fall bei Medizinern oder Jurastudenten), kann es sich lohnen schon während des Studiums eine private Versicherung abzuschließen. Oft gibt es nämlich spezielle Studententarife und auch das Risiko von Vorerkrankungen und altersbedingten Beschwerden ist noch geringer. Somit kann man zu verhältnismäßig günstigen Konditionen einsteigen. Nach dem Studium hat man dann den Vorteil, schon länger im System zu sein und somit keine hohen Neueinstiegsbeiträge zahlen muss.

Um sich privat versichern zu können, muss man zunächst eine Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht beantragen. Man muss dabei relativ schnell handeln, denn diese Befreiung ist nur innerhalb der ersten drei Studienmonate möglich, sie gilt dann jedoch das gesamte Studium.

Familienversicherung

Viele Jugendliche und junge Erwachsene sind in einer Familienversicherung bei ihren Eltern kostenlos mitversichert. Auch während des Studiums ist es möglich, in dieser Familienversicherung zu bleiben, jedoch nur bis zum 25. Lebensjahr. Wer schon während der Schulzeit oder einer vorherigen Ausbildung in dieser Familienversicherung war, bleibt automatisch während des Studiums in dieser weiterversichert. Zunächst gilt diese Regelung in der gesetzlichen Versicherung und wer einen Nebenjob hat darf nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen.

Sind die Eltern privat versichert gibt es auch hier Regelungen, dass man bei ihnen mitversichert sein kann. Dies ist sogar bis zum 28. Lebensjahr möglich und die Einkommensgrenze für Nebenjobs liegt bei 640 € monatlich.

Eigene Studentische Versicherung

Für Studenten, die ihre Versicherung selbst finanzieren und nicht bei den Eltern mitversichert sind gibt es sowohl in der gesetzlichen Versicherung als auch in der privaten Versicherung spezielle Studententarife. Diese Tarife gelten bis zum 30. Lebensjahr oder für bis zu 14 Fachsemester, danach werden höhere Beiträge fällig. Einige Ausnahmen können die studentische Krankenversicherung verlängern, dazu zählt zum Beispiel die Geburt eines Kindes, längere Krankheit oder die Mitarbeit in Hochschulgremien.

Wer für die Finanzierung seines Studiums Bafög bezieht und die Krankenversicherung selbst zahlen muss kann hierfür zusätzliches Geld einfordern. Der Zuschuss ist auf 73 € festgelegt und unterscheidet sich nicht, ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Um den Zuschuss zu erhalten, muss man einen entsprechenden Antrag stellen.

Zusatzbeitrag

Die Krankenkassen, welche gesetzliche Versicherungen bereitstellen können einen Zusatzbeitrag verlangen. Dieser ist zunächst einmal auch von Studenten zu zahlen. Ist man jedoch in der Familienversicherung mitversichert entfällt die Beitragszahlung.

Auslandsaufenthalt

Wer im Rahmen seines Studiums einen Auslandsaufenthalt plant muss sich noch einmal zusätzlich mit dem Thema Versicherungen auseinander setzen. Wer das Auslandsstudium außerhalb Europas plant benötigt in der Regel eine Auslandskrankenversicherung.

Ausländische Studenten in Deutschland

Wer als ausländischer Student in Deutschland studieren möchte, benötigt ebenfalls eine Krankenversicherung, um sich an der deutschen Universität einschreiben zu können. Hier sind unterschiedliche Versicherungsarten möglich, die man vor dem Aufenthalt in Deutschland gegeneinander abwägen sollte.