Wer dauerhaft nach Deutschland einwandern möchte und dazu eine Aufenthaltserlaubnis beantragt, muss in das deutsche Versicherungssystem eintreten. Ohne Versicherung wird kein Visum ausgestellt. Um nach Deutschland einwandern zu können, muss man sich also mit dem Thema Versicherungen in Deutschland beschäftigen. Dazu ist es wichtig, die Grundlagen des deutschen Gesundheitssystems zu kennen.

In Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Arten der Versicherung. Die gesetzliche und die private Versicherung. Die gesetzliche Versicherung ist für die gesamte deutsche Bevölkerung zugänglich und soll einen flächendeckenden Schutz gewährleisten. Sie ist solidarisch aufgebaut und wird nach dem Einkommen der versicherten Person berechnet. Die monatlichen Beiträge sind also abhängig vom Einkommen. Dabei wird je ein Teil vom Arbeitgeber und ein Teil vom Arbeitnehmer übernommen.

Für manche Bevölkerungsgruppen bietet dieses System jedoch Nachteile, so dass sie sich ebenfalls privat versichern können.

Selbstständige, Beamte und Hochverdiener gehören in diese Gruppe. Um sich privat versichern zu können, muss man gewisse Voraussetzungen erfüllen und sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht freistellen lassen. Die Beiträge für die private Versicherung werden nach Alter und Gesundheitszustand berechnet, die Leistungen können individueller gestaltet werden, als in der gesetzlichen Versicherung. Die Beiträge sind jedoch meistens höher.

Für Einwanderer, die in Deutschland arbeiten und fest angestellt sind besteht eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Versicherung. Wer mit der gesamten Familie nach Deutschland kommt, kann eventuell Familienmitglieder in der gesetzlichen Versicherung mitversichern. Hier setzt man sich am besten mit der jeweiligen Versicherungsgesellschaft auseinander.

Für diejenigen, die selbstständig tätig sind oder die Einkommensgrenze von 4.350 Euro im Monat überschreiten, wenn sie nach Deutschland kommen, besteht zudem die Möglichkeit, sich privat versichern zu lassen. Es kann jedoch sein, dass einige private Versicherungsanbieter voraussetzen, dass man schon eine gewisse Zeit in Deutschland lebt, oder man muss gleich relativ lange Vertragslaufzeiten in Kauf nehmen. Bevor man in die private Krankenversicherung eintreten kann, muss man sich von der gesetzlichen Krankenversicherung losstellen lassen. Dazu muss ein entsprechender Antrag bewilligt werden, es wird überprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Nicht immer gibt es nur diese zwei Möglichkeiten. Abhängig davon, aus welchem Land man stammt, können noch weitere Regelungen in Kraft treten. Wer zum Beispiel aus einem Land der Europäischen Union stammt und nach Deutschland einwandern möchte muss bestimmte Dinge beachten. Durch das Recht der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union ist es allen Bürgern eines EU-Mitgliedlandes erlaub, in jedem anderen Mitgliedsland zu leben.  Durch Sozialversicherungsabkommen wird der Versicherungsschutz untereinander geregelt. Wer also nach Deutschland kommt, ist zunächst einmal über seine bisherige Krankenversicherung abgesichert, vorausgesetzt, man besitzt die so genannte Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Diese gewährleistet jedoch nicht den gesamten Leistungsumfang einer deutschen Krankenversicherung, sondern ist eher für Notfälle ausgelegt. Wer also wirklich langfristig in Deutschland leben möchte und hier gegebenenfalls auch Arbeit findet, kann eine deutsche Krankenversicherung abschließen. Dabei gelten die üblichen Regelungen, um sich privat oder gesetzlich zu versichern.

Wer nicht aus einem Mitgliedsland der Europäischen Union stammt, muss ebenfalls bei Beantragung eines Visums eine gültige Krankenversicherung vorweisen. Wenn kein Abkommen mit Deutschland besteht, ist es jedoch notwendig, eine zusätzliche Versicherung abzuschließen. Diese kann entweder direkt in Deutschland abgeschlossen werden oder man nimmt für die Zwischenzeit eine Auslandskrankenversicherung. Ist man dann in Deutschland angekommen, kann man sich hier in Ruhe mit dem System und den einzelnen Versicherungen beschäftigen, einzelne Anbieter vergleichen und einen passenden Schutz finden.

Weitere spezielle Regelungen gibt es für Asylsuchende in Deutschland. Während der  Antrag auf Asyl bearbeitet wird, bekommt man einen speziellen Status verliehen. Dadurch kann man zwar in die gesetzliche Versicherung aufgenommen werden, es gibt jedoch einige Einschränkungen.

Grundsätzlich gilt also ohne Versicherung ist es nicht möglich, nach Deutschland einzuwandern. Die Krankenversicherung ist sehr wichtig und wer mit dem Gedanken spielt, nach Deutschland einzuwandern, sollte sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigen. Nur so kann man einen passenden und günstigen Tarif finden und ist auch im fremden Land medizinisch abgesichert. Das verleiht dann auch ein beruhigendes Gefühl.