Ein Studium in einem fremden Land ist immer etwas ganz Besonderes, ob es nur ein Austauschjahr oder sogar das komplette Studium ist spielt dabei keine Rolle. Man beginnt sein ganz eigenes Abenteuer und wird am Ende von all den tollen Erfahrungen profitieren. Doch bevor es endlich losgehen kann, steht man noch einem ganzen Berg Arbeit gegenüber: die Bewerbung an der deutschen Universität, die Suche nach einer Wohnung, eventuell muss ein Visum beantragt werden und um sich an der Uni einzuschreiben benötigt man dann auch noch eine ausreichende Versicherung.

Das Thema Krankenversicherung spielt in Deutschland eine ganz andere Rolle, als anderswo. Das deutsche Gesundheitssystem gehört zu den besten der Welt und für einen flächendeckenden Schutz der Bevölkerung gibt es eine Versicherungspflicht. Diese gilt auch für Studenten und so gibt es die Vorschrift der Universitäten, für die Immatrikulation eine Bescheinigung über eine ausreichende Versicherung vorzuweisen.

Das deutsche Versicherungssystem kann grob in zwei Teile gegliedert werden. Man kann sich entweder gesetzlich oder privat versichern lassen. Die gesetzliche Versicherung soll einen soliden Rundumschutz für die breite Masse der Bevölkerung liefern. Damit sich jeder diesen Schutz leisten kann, richten sich die monatlichen Beitragszahlungen nach dem Einkommen der versicherten Person. Besserverdiener kommen so für einen Teil der Kosten von Niedrigverdienern oder Arbeitslosen auf. Für Studenten gibt es noch zusätzlich vergünstigte Tarife.

Die private Versicherung dagegen bietet mehr individuelle Leistungen und kann von Beamten, Selbstständigen und Hochverdienern in Anspruch genommen werden. Hier richtet sich der monatliche Beitrag nach dem Alter und Gesundheitszustand der versicherten Person.

Wer in Deutschland studieren möchte und sich mit dem Thema Versicherungen beschäftigt sollte zunächst einmal überprüfen, ob es ein Sozialversicherungsabkommen zwischen seinem Land und Deutschland gibt. Solche Abkommen gibt es innerhalb der Europäischen Union, außerdem besitzt Deutschland noch Abkommen mit einigen anderen Ländern. Dieses Sozialversicherungsabkommen regelt, dass man mit der Versicherung aus seinem Herkunftsland auch im Partnerland Versicherungsansprüche hat. Besteht ein solches Abkommen ist es möglich, die bisherige Versicherung von der deutschen Universität anerkennen zu lassen. Man sollte jedoch trotzdem klären, welche Leistungen man in Deutschland bekommt und ob ein umfassender Schutz gewährleistet ist.

Besteht ein solches Abkommen nicht, kann es dennoch sein, dass die bisherige Versicherung auch Leistungen in Deutschland leistet. Das hängt vor allem von der Art der Versicherung ab. Teilweise kann man Leistungen im Ausland auch zusätzlich buchen.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Diese wird sowohl von deutschen Anbietern als auch von Anbietern im Heimatland angeboten. Der Vorteil eines deutschen Anbieters liegt darin, dass er die Begebenheiten und Regelungen vor Ort kennt und die Leistungen darauf anpasst, außerdem erhält man meist gleich die Bestätigung, die bei der Universität oder bei der Einreise vorgelegt werden muss. Anbieter im Heimatland können teilweise kostengünstigere Angebote haben. Am besten vergleicht man einige ausgewählte Angebote direkt miteinander.

Für diejenigen, die ihr gesamtes Studium in Deutschland verbringen und nicht nur für ein Semester dort studieren, kann es ratsam sein, so lange die Versicherung in der Heimat zu kündigen, um nicht unnötig viel zu zahlen. Außerdem kann es in manchen Fällen möglich sein, sich bei einer deutschen Versicherung in einem Studententarif zu versichern.

Egal für welche Variante man sich entscheidet, es ist sehr wichtig, darauf zu achten, eine umfassende Versicherung zu haben, die die wichtigsten Leistungen abdeckt. Krankheiten oder Unfälle können immer passieren und ohne Versicherung kann man sich die Kosten des deutschen Gesundheitssystems nicht leisten. Zu den wichtigen Leistungen, die in der Versicherung beinhaltet sein sollten gehören:

  • Ambulante und stationäre ärztliche Behandlung
  • Grundlegende zahnmedizinische Behandlungen
  • Kosten für Medikamente und Arzneimittel
  • Für Brillen- oder Kontaktlinsenträger eventuell Sehhilfen
  • Unfallbedingte Hilfsmittel
  • Heilbehandlungen (Physiotherapie, Massagen, etc.)
  • Transportkosten zum nächstgelegenen Krankenhaus
  • Schwangerschaft und Behandlungen des Neugeborenen

Für ausländische Studenten gibt es noch weitere wichtige Leistungen, die beinhaltet sein sollten, dazu gehören:

  • Rücktransport ins Heimatland bei besonders schwerwiegenden Krankheiten und Verletzungen sowie im Todesfall
  • Besuch einer nahestehenden Person im Krankenhaus

Sehr praktisch kann es sein, wenn man eine Versicherung bei einem deutschen Anbieter wählt, darauf zu achten, ob diese online abgeschlossen werden kann. So spart man sich teure Versandkosten im Schriftverkehr oder sogar eine Reise nach Deutschland, beziehungsweise die Unsicherheit, wenn man die Versicherung erst vor Ort bucht.

Viele Anbieter stellen Online-Formulare zur Verfügung, die ausgefüllt werden können und man bekommt den Vertrag zum passenden Tarif zugeschickt. Unkompliziert und schnell.

Für einen Studienaufenthalt in Deutschland können auch noch weitere Versicherungen interessant sein. Dazu zählen zum Beispiel eine Haftpflichtversicherung, eine Unfallversicherung, eine Gepäckversicherung und weitere. Teilweise sind diese Versicherungen auch in den umfangreicheren Tarifen der Krankenversicherung enthalten. Es lohnt sich dann zu vergleichen, ob die Kombivariante günstiger ist oder ob man die Versicherungen getrennt abschließt.

Wer vorhat, während des Aufenthaltes in Deutschland noch eine Europareise zu machen, muss zudem abklären, ob die Versicherung auch außerhalb Deutschlands gilt. Die meisten Auslandskrankenversicherungen schließen noch weitere Länder mit ein, so dass das kein Problem darstellen sollte, doch man muss auf jeden Fall einmal im Vertrag nachschauen oder nachfragen.

Vor einem Auslandsaufenthalt müssen alle diese Fragen geklärt werden, doch wer sich einmal über das Thema informiert hat, wird schnell eine passende Lösung finden und muss sich dann keine Gedanken über die Immatrikulation oder den Versicherungsschutz mehr machen. Man kann gerne auch die Versicherungsanbieter direkt oder die Ansprechpartner im Auslandsamt der Universitäten fragen.