Das Deutsche Gesundheitssystem beinhaltet zwei unterschiedliche Versicherungsarten, die gesetzliche Krankenversicherung und die private Krankenversicherung.

Die private Krankenversicherung ist nur für bestimmte Berufsstände oder ab einer gewissen Einkommensgrenze offen. Das Prinzip der privaten Krankenversicherung unterscheidet sich von demjenigen der gesetzlichen Krankenversicherung. Es ist wichtig, zu wissen wer sich privat versichern kann, worauf man bei der Wahl des Anbieters und des Tarifs zu achten hat und auch wo Vor- und Nachteile liegen.

Das grundlegende Prinzip, nach dem die private Krankenversicherung funktioniert berechnet die zu zahlende Beiträge nach dem Alter und Gesundheitszustand des Versicherten. Man versichert zudem individuelle Pakete, muss also genau angeben, in welchen Fällen man versichert sein möchte und wie umfassend. Ziel ist es also, einen geeigneten Mittelweg zu finden, so dass weder eine Über- noch eine Unterversicherung entstehen. Ansonsten zahlt man zu viel oder leidet unter fehlenden Leistungen. Wer im Internet einen Beitragsrechner nutzt, um einen günstigen Tarif zu finden, sollte darauf achten, dass der Rechner Dinge wie Alte und Vorerkrankungen abfragt, da ansonsten unpassende Tarife herauskommen, die später für einen selbst um einiges teurer sind.

Privat versichern können sich drei Personengruppen unter bestimmten Voraussetzungen. Angestellte, deren Einkommen über einer gewissen Grenze liegt, Selbstständige und Beamte. Angestellte sind zunächst gesetzlich versichert und um in die private Krankenversicherung wechseln zu können müssen sie die Einkommensgrenze für private Krankenversicherungen überschreiten. Diese wird auch Jahresarbeitsentgeltgrenze oder Versicherungspflichtgrenze genannt. Im Jahr 2013 liegt diese Grenze bei  52.200 Euro im Jahr oder 4.350 Euro im Monat. Man muss länger als ein Jahr über dieser Grenze liegen, um sich privat versichern zu können. Gemeint ist mit dem Einkommen das Bruttogehalt des Arbeitnehmers, wer sich den Jahresbetrag berechnen möchte muss verschiedene Dinge einrechnen, dazu gehören

  • monatliche Lohn- und Gehaltszahlungen
  • wiederkehrende Einmalzahlungen (wie Weihnachts- und Urlaubsgeld)
  • Sachbezüge
  • vermögenswirksame Leistungen
  • pauschale Überstundenvergütungen
  • Arbeitsentgelt aus versicherungspflichtigen Zweitbeschäftigungen

Wer sich für eine private Krankenversicherung interessiert, sollte zudem auf seinen Familienstand achten. Für Familien mit vielen Kindern kann es zu teuer werden, Singles oder Doppelverdienerhaushalte können dagegen profitieren.

Auch für Studenten kommt eine private Versicherung in Frage, obwohl diese die Einkommensgrenze deutlich unterschreiten. Man kann sich als Student jedoch von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen und eine spezielle private Krankenversicherung für Studenten abschließen. Der Vorteil ist hier, dass man noch sehr jung ist und die Beiträge daher besonders gering. Auch Vorerkrankungen sind in diesem Alter häufig noch wenig vorhanden. Man kann dann später im Beruf günstigere Konditionen bekommen, da man schon länger Mitglied ist.

Für Freiberufler ist die private Krankenversicherung daher interessant, da sie nicht nach dem Einkommen berechnet wird. Selbstständige haben oft ein überdurchschnittlich hohes Einkommen, welches jedoch oft zu großen Teilen wieder in das Unternehmen zurückfließt. Die Beiträge für die gesetzliche Versicherung können dadurch trotzdem sehr hoch werden. Die private Krankenversicherung richtet sich dagegen nicht nach dem Einkommen und bietet zudem flexiblere Tarifoptionen für die besondere Situation als Freiberufler.

Einen Sonderfall gibt es bei Künstlern oder Publizisten, die sich selbstständig machen. Sie haben einige spezielle Rechte und Pflichten und sind meist über die Künstlersozialkasse versichert. Sie müssen, um sich privat zu versichern jedoch trotzdem die Einkommensgrenze überschreiten, hier reicht also nicht ausschließlich die Selbstständigkeit.

Beamte haben einen so genannten Anspruch auf Beihilfe ihres Arbeitgebers, dieser zahlt also Teile der Versicherung und der Behandlungen. Es gibt spezielle Tarife der privaten Krankenversicherung für Beamte, diese sind umfangreich aber durch den Beihilfeanspruch trotzdem günstig. Für Beamte besteht zudem die Möglichkeit, sich trotzdem gesetzlich versichern zu lassen, je nach Wunsch und nach günstigerer Option. Der Beihilfeanspruch besteht jedoch nur in Kombination mit der privaten Krankenversicherung.

Kurz zusammengefasst hier noch einmal die Vorteile der privaten Krankenversicherung im Gegensatz zur gesetzlichen:

  • Freie Arzt- und Krankenhauswahl, oft bevorzugte Behandlung
  • Je nach Versicherung auch umfassenden Schutz im Ausland
  • Umfassende und flexible Leistungen möglich, individuell
  • Beiträge unabhängig vom Einkommen
  • Die private Versicherung bietet sich besonders an für junge Menschen, Personen mit hohem Einkommen und Berufsgruppen, wie z.B.  Beamte

Wer sich für die private Krankenversicherung entschieden hat, muss nun noch den passenden Tarif wählen. Hier gibt es zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen und Begrifflichkeiten.

Ganz grundsätzlich wird zunächst zwischen Basis-, Standard- und Komfortschutz unterschieden. Der Basistarif leistet wie der Name schon sagt eine Grundversorgung und orientiert sich an den gesetzlichen Leistungen. Vorteil sind günstige Beiträge, Nachteil können fehlende oder unzureichende Leistungen sein.

Die Standardtarife leisten einen soliden Rundumschutz und haben in der Regel ein gutes Preis-Leistungs Verhältnis.

Die höchste Stufe ist das der Komfortschutz, hier gibt es so gut wie keine Einschränkungen, man hat keine Selbstbeteiligung und Vorteilsbehandlungen wie etwa Chefarztbehandlung in jedem Fall. Dafür sind hier natürlich auch die Beiträge dementsprechend hoch.

Für ältere Personen kann die private Krankenversicherung eine Gefahr darstellen, da die Beiträge immer höher werden, je höher das Risiko ist. Um dem vorzubeugen gibt es so genannte Beitragsentlastungstarife, die diesen horrenden Kosten entgegenwirken.

Sehr umstritten sind die Einsteiger- oder negativ auch Billigtarife. Hier sollen junge Neukunden mit günstigen Beiträgen in die private Versicherung gelockt werden, jedoch ist der Versicherungsschutz dann oft unzureichend.

Einige weitere Punkte sind noch interessant, wenn man sich mit dem Thema private Krankenversicherung beschäftigt.

Der Basistarif ist nicht unbedingt der kostengünstigste Tarif der Krankenversicherung. Teilweise können Standardtarife günstiger sein. Das liegt daran, dass der Basistarif nach Art und Umfang der gesetzlichen Krankenversicherung gestaltet wird und man teilweise nicht all diese Dinge benötigt.

Auf Selbstbeteiligungen sollte man auf jeden Fall achten. Die meisten Tarife der privaten Krankenversicherung haben einen bestimmten Selbstbehalt. Das dient vor allem der Reduzierung von Bürokratie, da nicht alle Rezepte und Kosten vom Versicherten eingereicht werden.

Für Privatpatienten gilt das Prinzip der Kostenrückerstattung. Zunächst zahlt man also die jeweilige Leistung vor Ort. Erst im Nachhinein wird einem das Geld dann von der Versicherung zurückerstattet.

Wer sich für eine private Krankenversicherung interessiert muss also zunächst klären, ob er dafür überhaupt in Frage kommt, ob die Beiträge erschwinglich sind und welche Leistungen er abgedeckt haben möchte. Um einen ersten Überblick zu bekommen eignen sich Beitragsrechner im Internet, mit denen man die eigene Situation analysieren kann. Vor der Buchung, sollte man einzelne Tarife jedoch noch einmal genau vergleichen und unter die Lupe nehmen.