Zunächst einmal sind alle Deutschen über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert und müssen dieser auch angehören. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt gewisse vordefinierte Leistungen ab und ist dabei recht umfassend. Jede gesetzliche Krankenversicherung muss diese Grundleistungen erbringen. Seit der Gesundheitsreform 2009 ist es den Krankenkassen jedoch erlaub auch individuelle Zusatzangebote anzubieten, so kann man auch die gesetzliche Krankenversicherung ein Stück weit auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die gesetzliche Krankenversicherung beruht auf einem Solidarsystem, die Beiträge richten sich daher nicht nach dem Alter oder Krankheitsrisiko, sondern nach dem Einkommen. Die besser Verdienenden tragen also ein Stückweit die Kosten der Niedrigverdiener und auch der Arbeitgeber kommt für Teile der Krankenversicherung seiner Arbeiter auf.

Der zu zahlende Beitrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich nach dem Bruttoeinkommen der zu versichernden Person. Seit Januar 2011 ist der Prozentsatz auf 15,5% des Bruttoeinkommens festgelegt, dabei zahlt der Arbeitnehmer8,2% und der Arbeitgeber 7,3% der Kosten. Um sein Bruttoeinkommen zu berechnen, muss man folgende Dinge berücksichtigen:

  • Gehalt/ Lohn
  • Einnahmen aus Kapitalanlagen
  • Miet- und Pachteinnahmen
  • Gesetzliche Rentenzahlungen
  • Andere Bezüge (z.B. Versorgungsbezüge)

Ausnahmen gibt es bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit. Außerdem liegt die Höchstgrenze bei 47.250 Euro im Jahr und 3.937,5 Euro im Monat.

Die Suche nach der richtigen Krankenkasse für die gesetzliche Versicherung kann manchmal schwierig sein, denn im Endeffekt ist eben gesetzliche Versicherung doch nicht gleich gesetzliche Versicherung. Diese feinen Unterschiede zwischen den Anbietern muss man erst einmal herausfinden.

Ein Punkt für einen Wechsel der Krankenkasse können zum Beispiel Einsparungen sein, man möchte weniger für die Versicherung zahlen. Das geht vor allem mit Prämienmodellen der Krankenkassen oder Selbstbehalttarifen. Hierfür muss man jedoch ganz genau hinschauen und die eigene Situation bedenken.

Wer oft mit der Krankenkasse in Kontakt steht legt vielleicht auch mehr Wert auf guten Service, einen persönlichen Ansprechpartner und eine kompetente Beratung. Es kann dann ausschlaggebend sein, ob eine Filiale vor Ort vorhanden ist und wie die Menschen dort auftreten.

Der wichtigste Grund sind jedoch meist die gebotenen Leistungen, manche Krankenkassen bieten mehr Leistungen an als andere. Diese Extraleistungen kann man vergleichen und auch wie viel mehr man dafür zu zahlen hat.

Krankenkassen können zudem einen Zusatzbeitrag erheben, hier sind Sie jedoch nicht verpflichtet Widerstandslos zu zahlen. Bei einer erstmaligen Erhebung oder einer Erhöhung des Zusatzbeitrages darf man als Versicherter eine so genannte außerordentliche Kündigung einreichen, bei der die Mindestbindungszeit noch nicht erfüllt wurde. Nach dieser Mindestbindungszeit von 18 Monaten ist eine ordentliche Kündigung immer möglich.

Was in der gesetzlichen Krankenversicherung beinhaltet sein sollte findet man im so genannten Leistungskatalog der Krankenversicherungen, dieser beinhaltet jedoch keine detaillierte Auflistung einzelner Leistungen sondern gilt als Rahmenrecht. Festgelegt ist er im Fünften Sozialgesetzbuch. Im Normalfall deckt die Versicherung ärztliche, zahnärztliche und psychotherapeutische Behandlungen sowie Krankheitsfrüherkennung und Prävention ab, des Weiteren sind Krankenpflege und Rehabilitationsmaßnahmen abgedeckt und manche Medikamente.

Bedingt durch die Gesundheitsreform hat sich der Wettbewerb unter den Krankenkassen verstärkt. Das führt zu einem Angebot von Zusatzleistungen und zu Bonusprogrammen. Die Bonusprogramme werden meist so umgesetzt, dass man Leistungen oder Rabatte erhält, wenn man bestimmte Präventionskurse oder ähnliches belegt hat. So erhoffen sich die Krankenversicherungen zusätzlich, den Versicherten zu einer gesunden Lebensweise zu verhelfen, was sich langfristig auf die Gesundheit dieser auswirkt und zu weniger Kosten für die Versicherung führen kann.

Oft werden auch außerhalb der Bonusprogramme diverse Gesundheits- und Fitnesskurse von der Krankenkasse angeboten. Es lohnt sich, diese Angebote einmal anzuschauen, gerade wenn es vor Ort etwas gibt, denn oft kommt man so an vergünstigte Sportangebote.

Zu den Zusatzleistungen verschiedener Krankenkassen können zusätzliche Zahnversicherungen zählen durch die zum Beispiel der Zahnersatz übernommen wird, der in der normalen gesetzlichen Krankenversicherung zunehmend weniger finanziert wird. Außerdem können dazu Krankenversicherungen im Ausland, Pflegeversicherungen oder weitere Krankenzusatzversicherungen zählen. So kann man zum Beispiel auch als gesetzlich versicherte Person Leistungen wie Chefarztbehandlungen in Anspruch nehmen.

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet gegenüber der privaten für bestimmte Bevölkerungsgruppen einige Vorteile, dazu gehören unter anderem:

  • Der alters- und gesundheitszustandsunabhängige Beitragssatz, so sind ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Krankheiten nicht benachteiligt
  • Beitragsfreiheit während des Mutterschutzes oder des Bezugs von Krankengeld
  • Vorerkrankungen spielen für den Beitrag keine Rolle
  • Jede Krankenkasse erfüllt die grundlegenden Leistungen, hier gibt es keine Unterschiede
  • Besonders Familien mit vielen Kindern, chronisch kranke oder alte Menschen und  Studenten, die ein sehr geringes oder gar kein Einkommen haben profitieren vom System der gesetzlichen Krankenversicherung

Seit einigen Jahren wurde die ehemalige Versicherungskarte für die gesetzliche Krankenversicherung von der so genannten Elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgelöst. Die Einführung wurde stark diskutiert und bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich.

Als Argumente gegen die elektronische Gesundheitskarte werden oft Datenschutzbedenken angebracht, da durch die Karte die Krankheitsinformationen des Versicherten aufgerufen werden können. Dies ruft wiederum auch Bedenken in Bezug auf die ärztliche Schweigepflicht hervor. Für die elektronische Datenverarbeitung und Datenerkennung werden spezielle Geräte und zusätzliche  Software benötigt, was einen gewissen Kostenblock mit sich. Da die elektronische Gesundheitskarte nun jedoch flächendecken im Einsatz ist, sind diese Argumente mittlerweile hinfällig.

Die Vorteile der eGK liegen in der Verbesserung medizinischer Versorgung und dem Rückgang von Kartenmissbrauchs. Für Notfälle sind alle Daten gespeichert und auch Arzneimittel werden dokumentiert. Nachdem das System eingeführt wurde ist die Verfügbarkeit der Daten nun schneller und kostengünstiger.

Im Falle einer längeren Krankheit greift bei der gesetzlichen Krankenversicherung das Krankengeld oder auch Entgeltersatzleistung genannt. Als Grundlage dafür, wie viel man als Unterstützung bekommt wird das Einkommen vor der Arbeitsunfähigkeit gezählt. Das Krankengeld ist dann 70% des Bruttoeinkommens. Während der Zahlung des Krankengeldes wird der Versicherte zudem von den Beitragszahlungen an die Krankenkasse befreit. In der Regel wird diese Unterstützung für 72 Wochen gezahlt. Ausgenommen sind Kinder, welche bei den Eltern mitversichert sind sowie Studenten und Praktikanten. Wer nicht arbeitsunfähig wird bekommt die Leistung auch nicht ausgezahlt. Bei Selbstständigen, die freiwillig gesetzlich versichert sind, gibt es spezielle Tarife und Regelungen, die im Einzelfall unterschiedlich sein können.

Das Thema gesetzliche Krankenversicherung ist also keineswegs so eingefahren und einfach, wie man zunächst meint. Man hat durchaus die Möglichkeit, zusätzliche Leistungen zu erhalten und gewisse Freiheiten im System sind ebenfalls vorhanden. Zudem besitzt man eine solide Grundversorgung, die jederzeit gewährleistet ist. Gerade für Familien, Studenten oder Niedrigverdiener ist die gesetzliche Krankenversicherung eine sinnvolle Einrichtung.